Im Wahlkampf wird häufig über attraktive Projekte, neue Angebote oder sichtbare Entwicklungen gesprochen. Über schwierige Themen hingegen wird oft geschwiegen. Manche glauben sogar, Stadtbergen sei eine Insel der Glückseligen, auf der Probleme kaum existieren. Doch kommunale Verantwortung bedeutet auch, dort hinzusehen, wo Leid nicht sofort sichtbar ist.
In den vergangenen Monaten wurden wir als SPD mehrfach auf Fälle von Gewalt innerhalb von Familien aufmerksam gemacht. Es handelt sich dabei oft um stille, anonyme Gewalt – Situationen, die sich hinter verschlossenen Türen abspielen und von den Betroffenen über lange Zeit ertragen werden. Gerade Kinder und Jugendliche leiden häufig im Verborgenen.
Stadtbergen hat bereits wichtige Schritte unternommen: Mit den Notinseln gibt es Anlaufstellen für Kinder, und mit der neuen Frauenbeauftragten im Rathaus wurde ein weiteres Unterstützungsangebot geschaffen. Doch wir müssen uns ehrlich fragen: Reicht das aus? Erreichen die bestehenden Angebote tatsächlich diejenigen, die Hilfe benötigen?
Deshalb ist es uns wichtig gewesen, dieses Thema bewusst in unser Wahlprogramm aufzunehmen. Wir wollen sensibilisieren, informieren und regelmäßig überprüfen, ob unsere Hilfsangebote wirken. Öffentlichkeitsveranstaltungen sollen das Bewusstsein stärken, Hemmschwellen abbauen und zeigen: Hilfe ist da – und sie darf auch angenommen werden. Eine Stadtgemeinschaft zeigt ihre Stärke gerade darin, wie sie mit den verletzlichsten Mitgliedern umgeht.
