
Im Rahmen des Kommunalwahlkampfs suchen wir – wie schon in den vergangenen Jahren – bewusst das persönliche Gespräch mit den Menschen in allen Stadtteilen Stadtbergens. Gerade diese direkten Begegnungen zeigen uns immer wieder, wo Anliegen bestehen, wo Entwicklungen gut laufen und wo Bürgerinnen und Bürger das Gefühl haben, nicht ausreichend wahrgenommen zu werden.
Ein Stadtteil, der dabei besonders häufig genannt wird, ist das Virchow-Viertel. Viele Menschen dort wissen oft gar nicht, dass sie zu Stadtbergen gehören und fühlen sich eher dem Augsburger Stadtteil Kriegshaber zugeordnet. Dieses Gefühl entsteht nicht zufällig: Das Viertel ist geprägt von dichter Bebauung, einem großen Gewerbegebiet und nur wenigen öffentlichen Flächen. Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt, gleichzeitig fehlt es aus Sicht vieler Bewohnerinnen und Bewohner an sichtbarer kommunaler Präsenz und Aufmerksamkeit.
Seit vielen Jahren setzt sich die SPD beispielsweise für eine Ersatzfläche für den Kindergarten im Virchow-Viertel ein – bislang ohne Erfolg, weil der Stadt selbst geeignete Flächen fehlen. Umso wichtiger ist für uns der persönliche Kontakt zu den Menschen vor Ort. Wir besuchen regelmäßig Einrichtungen und Gaststätten im Viertel und führen Hausbesuche durch, um zuzuhören und Anliegen direkt aufzunehmen.
Eine besondere Rolle übernimmt dabei unser Stadtratskandidat Florian Segieth, der sich seit langem intensiv um die Belange der Bürgerinnen und Bürger im Virchow-Viertel kümmert. Gemeinsam mit Herbert Woerlein, Jürgen Brendel sowie dem ehemaligen Bürgermeister wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Hausbesuche durchgeführt. In vielen Gesprächen wurden wiederkehrende Sorgen deutlich: fehlende Parkmöglichkeiten, zunehmender Verkehr, als ungerecht empfundene Regelungen beim Schulbus sowie das Gefühl, bei wichtigen Entscheidungen zu wenig berücksichtigt zu werden.
Aktuell sorgt insbesondere der geplante Neubau der Uniklinik Augsburg für große Verunsicherung. Viele Fragen stehen im Raum, während gleichzeitig häufig darauf verwiesen wird, die Verantwortung liege bei anderen Behörden oder Ebenen. Für uns ist jedoch klar: Wenn Antworten nicht unmittelbar vor Ort gegeben werden können, ist es Aufgabe der Stadtspitze, diese einzuholen und für Transparenz zu sorgen.
Die Menschen im Virchow-Viertel wollen informiert, beteiligt und ernst genommen werden – nicht erst dann, wenn Entscheidungen bereits getroffen sind.
Deshalb haben Florian Segieth und Herbert Woerlein die bei den Hausbesuchen gesammelten Anliegen gebündelt und in einem Schreiben an Bürgermeister Paulus Metz zusammengefasst.
Die Inhalte dieses Briefes finden Sie im folgenden Abschnitt.
Mögliche schwere Belastungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Virchow-Viertels durch den Neubau der Uniklinik Augsburg
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Metz,
im Rahmen des Kommunalwahlkampfs 2026 haben wir im Virchow-Viertel in den letzten Wochen zahlreiche Hausbesuche absolviert und mussten feststellen, dass dort bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Unruhe und Verunsicherung herrscht. Wir wurden gebeten, die derzeit drängenden Fragen an die Stadtspitze mit der Bitte um Klärung weiterzutragen, was mit diesem Brief geschieht:
- Was bedeutet der Neubau der Augsburger Uniklinik für unser Viertel?
- Ist die Entscheidung für das Baufeld West, bei der der Patientenpark abgeholzt werden soll, schon gefallen?
- Wie steht die Stadt Stadtbergen zu den Alternativen Baufeld West oder Baufeld Ost?
- Hat die Stadt auf die Entscheidungen noch Einfluss, wenn ja welchen?
Neben der Beantwortung dieser Fragen bitten wir Sie um Ihre Stellungnahme zu aus unserer Sicht brisanten Überlegungen, die im Raum stehen und auf die wir immer wieder angesprochen wurden:
- Ist es richtig, dass die Delbrückstraße für den gesamten Baustellenverkehr vom und zum Klinikumsneubau genutzt und entsprechend ertüchtigt werden soll?
- Soll damit dem Virchow-Viertel eine Last aufgebürdet werden, die ursprünglich über Westheim (Westheimer Straße) bewältigt werden sollte?
- Von 40.000 Lastwagenfahrten allein für die Abtragung des Klinikumsparks ist die Rede. Allein diese Fahrten würden eine ungeheure Belastung an Lärm, Gestank, Staub und Feinstaub bedeuten. Kann die Stadtberger Bauverwaltung eine derartige Belastung bestätigen oder verneinen?
- Welche Baumasse ist generell für den Neubau zu erwarten, der eine Nutzfläche von ca. 140.000 Quadratmetern erhalten soll.
- Soll dieser Lasterverkehr ebenfalls über die Delbrücktraße erfolgen, die vom Virchowviertel ganze 40 Meter entfernt ist?
- Was ist mit der Kreuzung Ulmer Landstraße / Virchowstr. (in unmittelbarer Nähe des Kindergartens)? Werden hier auch die Schwerlast – LKWs rollen und die Familien und Kinder zusätzlich gefährden? Gibt es Alternativen, dass der Verkehr nicht direkt durch das Viertel läuft, sondern über die Stenglinstr.? Werden Sicherheitsmaßnahmen (wie eine zusätzliche Ampel an der Bushaltestelle, Schaffung einer 30er-Zone in der Nähe der bestehenden Ampel ...) auch bedacht werden?
- Gibt es überhaupt Planungen, wie und auf welchen Straßen das riesige Verkehrsaufkommen in Zukunft bewältigt werden soll? Gibt es konkret derartige Planungen für die Virchowstraße, die Neusässer Straße, die Ulmer Landstraße, den Kobelweg, die Stenglinstraße oder auch den Kreisverkehr Kobelweg, Neusässer Straße, Westheimer Straße?
- Welche Vorkehrungen hat die Stadt Stadtbergen für den Schutz der eigenen Bevölkerung, inbesondere im Virchow-Viertel, vorgesehen?
- Ist die Stadt Stadtbergen im Austausch mit den städtischen Behörden, die den Bebauungsplan entwerfen?
Die Bürgerinnen und Bürger aus dem Virchow-Viertel wünschen sich, dass die Stadt in diesem ungemein wichtigen Prozess die Bürgerschaft mitnimmt, sie umfassend – auch zusammen mit den Augsburger Verantwortlichen informieren und dafür im Virchow-Viertel eine Bürgerversammlung abhalten sollte. Stehen Sie diesen Anregungen aus der Bürgerschaft positiv gegenüber?
Wir bedanken uns - auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Virchow-Viertel - für Ihr Verständnis für diese berechtigten Anliegen der direkten Anwohner auf Stadtberger Flur und für Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Segieth und Herbert Woerlein