Sabine Czerny begeistert mit ihren Ideen im Bürgersaal

Veröffentlicht am 25.05.2011 in Bildung

Dr. Simone Strohmayr, Herbert Woerlein und Wolfgang Fetzer freuen sich über den prominenten und kompetenten Gast Sabine Czerny (2. von rechts)

Trotz Biergartenwetters und dem 2. Relegationsspiel zur 1. Bundesliga am 25. Mai 2011 wollten sich 100 interessierte Besucher den Auftritt von Sabine Czerny nicht entgehen lassen.

Ortsvorsitzender Wolfgang Fetzer bedankte sich für den Besuch in Stadtbergen. Man wisse zu schätzen, wenn eine herausragende Erzieherpersönlichkeit und die Trägerin des Preises für Zivilcourage 2009 den Weg von München nach Stadtbergen auf sich nehme.

Die Einführung übernahm Herbert Woerlein, Fraktionsvorsitzender und gelernter Pädagoge. Er stellte den Werdegang von Sabine Czerny vor und hob die herausragende Qualifikation und die zahlreichen Zusatzqualifikationen der Grundschullehrerin hervor. Er sei als Pädagoge erschüttert, wie viele Kinder in und an der Schule leiden. Die Gründe reichen dabei von Überforderung bis hin zu Schwierigkeiten im Elternhaus - was auch immer der Grund sei, die Kinder wären die Leidtragenden und Woerlein forderte eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit den Zielsetzungen und der Ausrichtung von Schule.

Dieser Bitte kam Sabine Czerny in ihrem Vortrag gerne nach. Sie verblüffte die Zuschauer und aufmerksamen Zuhörer mit ihrer Eloquenz und ihrer messerscharfen Analyse.

So gelange sie nach 15 Jahren Berufstätigkeit zu dem Ergebnis, dass unser System der Leistungsmessung die Schuld am Leid vieler Kinder trage. Sie erläuterte dies nachvollziehbar. Zu Beginn ihrer Berufstätigkeit habe es Lernzielkontrollen und keine Noten gegeben. Diese Form der Rückmeldung sei für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar und motivierend gewesen. Durch die Wiedereinführung der Noten habe das Übel begonnen. Nun erhalten Kinder, die weit mehr als die Häflte der Aufgaben gelöst haben eine 3 oder 4 - Noten, die nach der Definition der Kultusministerkonferenz durchaus bescheinigen, dass der Stoff im Großen und Ganzen beherrscht werde. Allerdings liege in Bayern derzeit der Schnitt für den Übertritt auf das Gymnasium bei 2,33, für den Übertritt auf die Realschule bei 2,66.

Dies führe nun dazu, dass in der 4. Klasse eine völlig unnatürliche Jagd auf gute Noten beginne, die nicht selten Elternhaus und Schule entzweie. Die Pädagogin wies aber darauf hin, dass die Frustration über vermeintlich schlechte Noten schon viel früher beginne. Bereits in der 2. Klasse werde die Motivation der Schülerinnen und Schüler deutlich gebremst. Nach der Herausgabe einer Probe hüpfen Kinder jubelnd durch die Klasse, andere verdecken beschämt mit der Hand auf dem Blatt und Tränen in den Augen ihre Note.

Sabine Czerny sprach sich für ein alternatives Schulkonzept aus. Ihr Arbeitstitel hierfür lautet "Schule für alle". Sie meint damit eine Schule, bei der nicht Selektion alle pädagogische Arbeit überlagere, sondern eine Schule, bei der die Freude am gemeinsamen Lernen im Vordergrund stehe und - das ist Czerny besonders wichtig - bei der das bisherige Bewertungssystem außer Kraft trete.

In derabschließenden Fragerunde waren Betroffenheit und Sorge um die Kinder deutlich aus den Fragen herauszuhören. Viele Mütter und Väter erkundigten sich, wie sie ihr Kind in diesem System wirkungsvoll unterstützen können. Kompetent und ehrlich beantwortete Sabine Czerny die vielfältigen Fragen ihrer Gäste. Sie schloss mit dem Appell, sich politisch zu engagieren und dabei Parteien und Inititativen zu unterstützen, die sich um alternative Konzepte für unser Schulsystem engagieren. Obwohl Sabine Czernys positiver Ansatz immer deutlich wurde, verließen die meisten Besucher den Bürgersaal sehr nachdenklich. Der Wunsch des Veranstalters, Bürgerinnen und Bürger für das Thema Bildung zu sensibilisieren, ging somit in Erfüllung.

Ein herzliches Dankeschön an unseren örtlichen Buchhändler Heiner Schmitt von BUCH IN STAdtBEN, der mit seiner Frau den Feierabend geopfert hatte und mit seinem Büchertisch ermöglichte, dass Sabine Czerny ihr Buch "Was wir unseren Kindern in der Schule antun und wie wir das ändern können" persönlich signieren konnte.

 
 

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