
Foto: Daniela Ziegler
Genossen ehren den früheren Bürgermeister von Stadtbergen, Ludwig Fink, sowie den einstigen Stadtrat Rolf Dittrich

Genossen ehren den früheren Bürgermeister von Stadtbergen, Ludwig Fink, sowie den einstigen Stadtrat Rolf Dittrich
Reger Zulauf für das Gasthaus der Fritz-Aichele-Farm in Stadtbergen: Dort haben sich zahlreiche Genossen getroffen, um den früheren Bürgermeister der Stadt, Ludwig Fink, sowie den einstigen Stadtrat und Parteivorsitzenden Rolf Dittrich für deren langjährige Mitgliedschaft in der SPD zu ehren. Fink war vor 50 Jahren, Dittrich vor mehr als 40 Jahren in die Partei eingetreten.
Die Urkunden samt Ehrennadeln überreichte der Ortsvereinsvorsitzende von Stadtbergen, Wolfgang Fetzer, mit Augenzwinkern: „50 Jahre – das sind zwei Drittel eines durchschnittlichen Männerlebens. 40 Jahre – das ist länger, als die meisten Ehen halten.“ Unter die Gratulanten reihen sich unter anderem die früheren Rathauschefs aus Neusäß und Thierhaupten, Manfred Nozar und Franz Neher, sowie das Stadtberger „SPD-Urgestein“ Alois Strohmayr ein.
Die Laudatio hielt der ehemalige Fraktionsvorsitzende Arthur Pertold. Er hatte in den 80er-Jahren die Partei geführt, fand in Fink, wie er sagte, schnell einen sehr guten Freund und politischen Berater. Fink sei ein Glücksfall für die SPD. Er habe die Partei über Jahrzehnte hinweg gestaltet und sie für Menschen geöffnet, die nicht zwangsläufig der SPD zugerechnet werden. Sein ungetrübter Sinn für Demokratie habe es ermöglicht, andere, auch kleinere Gruppen mitkommen zu lassen. „Wir hatten bereits Koalitionen, die der Bund bis heute nicht geschafft hat.“
Zu Dittrichs Verdiensten zählte Pertold die von ihm geforderten und damit für den Ortsverein sehr fruchtbaren Auseinandersetzungen. „Ich denke an sein Spezialgebiet, den Tiefbau, das Bauwesen im Allgemeinen und den Straßenverkehr. Begriffe wie ,Verkehrsberuhigung‘, ,Verbremsung an Ortseinfahrten‘ und ,Radwegenetz‘ fanden Zug um Zug Mehrheiten.“ 1992 habe sich in Stadtbergen ein politischer Wandel abgezeichnet, vor allem in der Baupolitik. Im Bestreben, wirtschaftsfreundlich und dennoch so konsequent zu sein, nicht alles zubauen zu lassen, habe Fink die Richtung vorgegeben und Dittrich viele dieser Ideen mit seiner klaren Analytik umgesetzt. Die stellvertretende SPD-Kreisfraktionsvorsitzende, Stadträtin und Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr bezeichnete Fink und Dittrich als „erfolgreiches Gespann“ und rechnete es dem einstigen Bürgermeister hoch an, dass er die Möglichkeit, selbst ganz kleine Kinder außer Haus zu betreuen, politisch mitgetragen und Stadtbergen damit in die Moderne geführt habe. Dritte Bürgermeisterin Bärbel Schubert erinnerte an Finks große Menschlichkeit und Freundlichkeit sowie an das gute Miteinander: „Ihr beide fehlt uns im Stadtrat.“
In seiner Rückschau bekannte sich Fink zu den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. In einer Gemeinde sei es wichtig, keine allzu große Gängelung vorzunehmen, zwar als Partei aufzutreten, es aber zu vermeiden, parteiisch zu sein und einen Ausgleich zu schaffen zwischen Arm und Reich, Gesund und Krank, Einheimischen und Auswärtigen, Jungen und Alten. „Ich habe viel Zuspruch und Mithilfe erfahren. Für den Erfolg sind viele verantwortlich. Wir haben vier Wahlen mit einer deutlichen Mehrheit gewonnen. Es war eine gute Zeit für Stadtbergen und für die Stadtberger SPD“, so der Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Dass es immer wieder auch Tiefschläge gibt, dass Genossen keineswegs immer geschlossen sind, dass es im Vorstand auch menschelt, machte Dittrich deutlich, wobei er zu einem versöhnlichen Schluss kam: „Man kann einen Parteiaustritt nicht allein nach tagespolitischen Gesichtspunkten richten, man muss schon die 150-jährige Geschichte dieser Partei berücksichtigen.“ (zida)
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