Viele Bürgerinnen und Bürger kennen die Situation nur zu gut: Sobald es auf der B17 zu einer Störung kommt, steht in Stadtbergen der Verkehr still. Stoßstange an Stoßstange schieben sich die Autos durch den Ort, Rückstaus reichen bis in Wohnstraßen, und selbst mehrspurige Kreuzungen wie an der Ackermannstraße können die Verkehrsmenge nicht mehr aufnehmen. Für viele entsteht dabei das Gefühl der Resignation – als ließe sich am Verkehrsproblem ohnehin nichts mehr ändern.
Dabei müssen wir ehrlich sein: Ein Teil des Problems liegt auch bei uns selbst. Zu viele Wege werden mit dem Auto zurückgelegt, weil attraktive Alternativen fehlen. Der öffentliche Nahverkehr bietet derzeit keine ausreichenden Querverbindungen innerhalb Stadtbergens, ein echter Rundverkehr existiert nicht. Gerade Einkäufe im Gewerbegebiet oder Wege zwischen den Stadtteilen sind ohne Auto oft umständlich oder zeitaufwendig.
Gleichzeitig zeigt sich: Fahrradfahren ist in Stadtbergen grundsätzlich gut möglich. In den vergangenen Jahren wurde punktuell vieles verbessert, und auch der Arbeitskreis Mobilität im Stadtrat hat wichtige Impulse gesetzt. Abseits der großen Verkehrsachsen kann man bereits heute relativ sicher unterwegs sein. Doch moderne Mobilität bedeutet mehr als das Nebeneinander von Auto, Fahrrad und Fußverkehr. Es braucht durchgängige Wege, sichere Überquerungen, vorhandene Gehsteige und klar getrennte Verkehrsbereiche.
Die SPD Stadtbergen hat sich über viele Jahre intensiv mit dem Thema beschäftigt. Verkehrszählungen zeigen deutlich: Wir haben nicht zu wenig Straßen, sondern zu viele Autos im Verhältnis zu den vorhandenen Strukturen. Hinzu kommen Probleme durch abgestellte Fahrzeuge, Wohnwagen oder Lkw, die immer wieder gefährliche Situationen im öffentlichen Raum verursachen.
Unser Ziel ist deshalb klar: Verkehrspolitik darf nicht nur reagieren, sie muss aktiv gestalten. Stadtbergen braucht bessere Verbindungen zwischen den Ortsteilen, praktikable Alternativen zum Auto und ein Mobilitätskonzept, das den Alltag der Menschen wirklich erleichtert.
