In der letzten Stadtratssitzung hat sich eine Stadträtin für die Beibehaltung des Ein-Stunden-Tarifs eingesetzt. Es ist wichtig, dass wir Stadträt:innen haben, die die Stimme der Bürger erneut in die Diskussion einbringen und in Einzelfällen müssen wir auch für einen soliden Haushalt und gegen die Wünsche von Bürger:innen stimmen.
Wir Stadträte engagieren uns in vielen Sitzungen, finden Entscheidungen für die Bürger und die Finanzierung unserer freiwilligen Leistung. Es ist keine leichte Aufgabe und auch unpopuläre Entscheidungen wollen wir nicht treffen, müssen wir angesichts der Haushaltsituation treffen. Wir agieren nicht nach dem St. Florian-Prinzip, sondern wägen im Vorfeld die Argumente ab. Auch hören wir den Stadtbergern intensiv zu und tauschen die Argumente aus. An einem Zeitpunkt müssen wir dann eine Entscheidung treffen: für die Bürger und für die solide Ausstattung unseres Haushalts.
Aus diesem Grund habe ich in der Kontinuität mich für eine Veränderung des Tarifs eingesetzt:
Eindringlich warb auch Roland Mair (SPD) für ein neues Tarifsystem. „Das Schwimmbad verursacht keinen Umsatz oder Gewinn, sondern einen jährlichen Verlust in Höhe von mindestens 800.000 Euro“, sagte er. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl würde dies bedeuten, dass jeder Stadtberger durchschnittlich 53 Euro pro Jahr für das Bad zahlen müsse. „Wir schwimmen nicht im Geld, – bitte stimmt dem Beschlussvorschlag zu“, sagte Mair.
Die SPD-Fraktion hat sich in den letzten Jahren immer wieder für das Schwimmbad eingesetzt und ich verweise auf die Haushaltsrede 2022:
Wir haben auch Einrichtungen, die für die Lebensqualität von Stadtbergen wichtig sind. Für viele Bürger aus nah und fern wäre es ein Verlust, wenn es das Gartenhallenbad nicht mehr gäbe. Deswegen ist es für das Jahr 2022 notwendig, Maßnahmen einzuleiten, die zusätzliche Einnahmen generieren oder zu entscheiden, ob wir das Defizit in Höhe von 900.000 Euro über den Steuerzahler finanzieren lassen. Die Zahlen liegen bereits seit vielen Jahren vor, ich habe das Gefühl, dass der Bürgermeister sich vor unpopulären Entscheidungen drückt. Die SPD-Fraktion kann sich vorstellen, mit einem zusätzlichen Angebot wie Freiluftkino, variablen Saunen und/ oder Fitnesszentrum, Themenabenden im Schwimmbad, vielleicht auch mit einem Schulschwimmbecken oder einem Schwimmbecken im Außenbereich zusätzliche Einnahmen generieren zu können. Das muss durchgerechnet werden, falls es sich nicht lohnt, dann wird es schwierige Diskussionen über die Zukunft des Bades geben. Die Verantwortung über die weitere Entwicklung des Schwimmbades müssen wir tragen, auch wenn es schwer ist.