Tradition und Modernität - Eindeutiges Ja für den Erhalt der Ortsmitte von Deuringen

Veröffentlicht am 03.04.2023 in Allgemein

Foto: Marcus Merk

„Aktuellen und modernen Entwicklungen nicht im Weg stehen und unsere Vergangenheit nicht außer acht lassen.“, so würde ich als Fraktionsvorsitzender die Strategie für die nächsten Jahre unserer Stadt sehen. Jede Umwandlung von einer traditionellen Einrichtung in eine gesichtslose Wohnbebauung tut uns im Herzen weh. Trotzdem haben wir seit vielen Jahren eine selbst verschuldete Wohnungsnot in Stadtbergen. Wir können auch unseren Kindern keine preisgünstigen Wohnungen anbieten. Deswegen drängen wir auf eine maßvolle Verdichtung.
In diesem Fall war es jedoch anders. In der Ortsmitte von Deuringen ist eine gewachsene Struktur von Wirtschaft, Kirche und Dorfplatz vorhanden. Deswegen war unsere Argumentation eindeutig und für den Erhalt der Dorfwirtschaft.

Als Fraktionsvorsitzender habe ich mich über die sympathischen und netten Worte des Redakteurs der Augsburger Allgemeinen, Matthias Schalla gefreut – Danke.

Den gesamten Artikel können sie auch hier lesen.

Einzigartiges Ortsbild in Deuringen soll erhalten bleiben

Der Stadtrat in Stadtbergen beschließt einen Bebauungsplan für die Mitte des Stadtteils. Die Ziele sind, einen Betrieb der Dorfwirtschaft und die Nutzung von Wohnraum zu sichern.

Einzigartiges Ortsbild in Deuringen soll erhalten bleiben

Der Stadtrat in Stadtbergen beschließt einen Bebauungsplan für die Mitte des Stadtteils. Die Ziele sind, einen Betrieb der Dorfwirtschaft und die Nutzung von Wohnraum zu sichern.

Von Matthias Schalla

Deuringen Die sicherlich schmackhafteste Vision für die Ortsmitte in Deuringen hatte bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats in Stadtbergen Roland Mair von der SPD. „Im Himmel gibt’s kein Bier, drum trinken wir es hier“, sagte der Fraktionsvorsitzende und wähnte sich in Gedanken bereits im schattigen Biergarten der Dorfgaststätte vor einer Mass und einem saftigen Schweinsbraten. Damit diese Vision aber irgendwann auch einmal Realität werden kann, bedarf es eines Bebauungsplans, der die vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten und auch die großzügigen Grünflächen erhält. Mit einem entsprechenden Beschlussvorschlag lief die Bauverwaltung an diesem Abend fraktionsübergreifend offenen Türen ein.

Geprägt wird das Ortszentrum in Deuringen rund um den Kreuzungsbereich Allgäuer Straße/Sandbergstraße und Kapellenstraße derzeit vom Deuringer Hof, der Kapelle St. Joseph, der Kindertagesstätte und Feuerwehr sowie der Kirche St. Gabriel. Die Gaststätte ist allerdings aktuell mangels Pächter geschlossen und die Wohnungen im Obergeschoss stehen leer. Damit nun bei einem möglichen Eigentümerwechsel die Einzigartigkeit des Ortsbilds sich nicht zum Nachteil verändert, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Im ersten Schritt soll daher genau analysiert werden, was an Bestand überhaupt da ist und wie eine mögliche Nutzung der Gebäude aussehen könnte. Die Vertreterin des Bauamts regte an, „ein Mischgebiet“ zu überlegen.

Auf diese Weise sei auch künftig gewährleistet, dass die Gaststätte mit einem neuen Pächter weiterhin betrieben werden könne, alternativ aber auch eine reine Wohnnutzung möglich sei. Mit einer möglichen Veränderungssperre behalte die Stadt aber auf jeden Fall die Kontrolle über das Ortsbild. Martina Bauer von den Grünen hieß das Vorhaben willkommen, störte sich aber daran, dass im Beschlussvorschlag lediglich der Erhalt von „ortsbildenden Gehölzen und Gehölzstrukturen“ erwähnt ist. Sie regte daher an, das Wort „ortsbildend“ durch „Bäume“ zu ersetzen. Auch Günther Oppel (Pro Stadtbergen) war dafür, „das Ortsbild so abzusichern, wie es jetzt ist“. Ein leidenschaftliches Plädoyer für den Erhalt der Deuringer Mitte hielt aber vor allem Roland Mair.

„In den vergangenen Jahren gab es mehrere Versuche den Deuringer Hof zu retten und letztendlich sind alle gescheitert“, bedauerte er. Allerdings würden sich die Deuringer und sicherlich auch kein Stadtrat vorstellen wollen, was passiert, wenn es dort keine traditionelle Dorfwirtschaft mehr gibt. „Verschwinden werden dort die gemütlichen Ecken, in denen man dem Bier und dem Schweinebraten huldigt, und ein Biergarten, in dem die Kinder sicher herumtollen können.“ In ganz Deuringen ginge ein Stück Lebensqualität verloren. „Die Taufe der Kinder, die Kommunion und die Firmung, die Hochzeit, das Begräbnis – alle diese feierlichen Anlässe sind ohne eine Dorfwirtschaft nichts“, sagte er. Dass seine Vision aber wahr werden könne, sehe man unter anderem im benachbarten Steppach beim Fuchs und in vielen anderen Kommunen. „Deswegen ist die SPD-Fraktion heute im Begriff aller geistigen Kräfte – auch ohne Bier – für die Aufstellung des Bebauungsplans.“

Bürgermeister Paul Metz teilte Mairs Ansichten. Schließlich habe es dort früher eine Poststation gegeben und dies sei quasi die Wiege des Ortes gewesen. Die jetzige Dorfwirtschaft müsse daher bleiben. Da in der näheren Umgebung heute noch Hopfenpflanzen zu finden sind, könne man davon ausgehen, dass es dort in früheren Jahren sogar einmal eine Brauerei gegeben habe. „Warum sonst hätte man denn sonst Hopfen angebaut, wenn nicht, um Bier zu brauen“, stellte er in den Raum. Historisch sei dies zwar nicht bewiesen, aber eine andere Erklärung könne er sich nicht vorstellen.

Da auch Josef Kleindienst (CSU) die Aufstellung eines Bebauungsplans für „längst fällig“ hielt und auch die Freien Wähler der gleichen Ansicht waren, wurde der Beschlussvorschlag einstimmig angenommen.

 
 

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