Da freuten sich die Gastgeber Otto Großmann und Barbara Gartzke-Mögele der SPD-Deuringen. Trotz Länderspiels und empfindlicher Kälte war der Biergarten der Waldgaststätte am 10. August bis auf den letzte Platz gefüllt. Das stimmige Konzept der Veranstaltung sowie prominente Gäste sorgten für das große Interesse.
Gleich drei Landtagsabgeordnete informierten aus erster Hand über ihre Arbeit im Maximilianeum: Harald Güller, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, berichtete über seine Arbeit als Stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Landesbankaffäre. So haben Vorstand und Verwaltungsrat der Landesbank den Schaden von 3,75 Milliarden Euro leichtfertig herbeigeführt. Ein wesentliches Ergebnis sei, dass gegen die Verantwortlichen Vorstände jetzt strafrechtlich vorgegangen werde. Die SPD im Landtag setzt sich darüber hinaus auch dafür ein, dass sich auch die Verwaltungsräte zumindest zivilrechtlich verantworten müssen und von ihnen Schadensersatz gefordert wird.
Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr, Mitglied im Kulturpolitischen Ausschuss, ging in erster Linie auf die Bildungspolitik und dabei speziell auf das von ihrer Partei entwickelte Konzept einer Gemeinschaftsschule ein, bei der kein Kind auf Grund zu früher Selektion auf der Strecke bleiben soll.
Dr. Linus Förster, Mitglied des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten, klagte darüber, dass die so wesentlichen Themen wie „Europa“ und „Jugend“ eine viel zu geringe Rolle in der aktuellen politischen Diskussion spielen würden. Allen drei Mitgliedern des Landtags war der Motivationsschub anzumerken, den die eventuelle Kandidatur von Christian Ude zum Ministerpräsidenten bei den Wahlen 2013 ausgelöst hatte. Allerdings wollten sich die Landespolitiker keinen Spekulationen hingeben. Vielmehr richteten sie das Augenmerk der Zuhörer auf die nahe Zukunft der Stadt: die Bürgermeisterwahl am 25. September 2011. In diesem Zusammenhang fanden sie viel lobende Worte für den Bürgermeisterkandidaten Herbert Woerlein, der in seiner 16-jährigen Tätigkeit als Schulleiter bewiesen habe, dass er eine größere Verwaltungseinheit erfolgreich führen könne. Auch sei bemerkenswert, dass für ihn als Schulleiter immer das Wohl der Kinder und Jugendlichen oberste Priorität gehabt habe. Dr. Strohmayr, Dr. Förster und Güller stimmten darin überein, dass Woerleins intensive beruflichen Erfahrungen, die ihn auch 5 Jahre an das Kultusministerium geführt haben, eine ausgezeichnete Grundlage für seine Tätigkeit als Bürgermeister darstellen würden.
In seiner Ansprache ging Woerlein auf die inhaltlichen Eckpfeiler seiner Politik ein und erläuterte dabei seine Grundsätze wie Transparenz in der Verwaltung sowie maximale Bürgerbeteiligung. Der hohe Wohnwert und der Schutz von Landschaft und Natur haben höchste Priorität. In der Baupolitik wolle er eine offene Diskussion um die zukünftige Schwerpunktsetzung in Richtung Ensembleschutz oder energetisches Bauen. Weitere Schwerpunkte seiner Politik seien die umfassende Förderung der Familien, die aktive Unterstützung der vorbildlichen Arbeit der Kirchen und Vereine sowie der Ausbau der Angebote für die Jugend. Auch über die Einbindung aktiver Senioren in das Leben der Stadtgemeinschaft und eine Vernetzung der Generationen hat der SPD-Bürgermeisterkandidat klare Vorstellungen, die er ebenso erläuterte, wie die Notwendigkeit des Ausbaus von Pflegeeinrichtungen für Kranke und Betreuungsbedürftige.
Zum Schluss soll der hervorgehoben werden, der den Abend erst zu einem besonderen Erlebnis machte: Der Musiker Karl Pösl sorgte für eine ganz besondere Stimmung durch seine hervorragende Liedauswahl, die er - wie immer – auf das Publikum ausrichtete. So brachte er politische Balladen, aber auch Top-Hits der 60-er und 70-er Jahre zu Gehör. Sein musikalisches Können sorgte dafür, dass die meisten Zuschauer noch das Gespräch mit den Politikern am Biertisch suchten und auch auf die 2. Halbzeit des Länderspiels verzichteten.