Haushalt 2025: Mut, um zu investieren. Mut, um zu gestalten. Und Mut, um ehrlich zu sein

Veröffentlicht am 28.03.2025 in Allgemein

In der Stadtratssitzung wurde die Haushaltssatzung 2025 verabschiedet. Es ist ein wichtiger Zeitpunkt das Zahlenwerk von Stadtbergen auf die Auswirkungen auf die Kommune zu betrachten. Unsere Einschätzung zu diesem umfangreichen Werk: 

 

liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Frau Röderer von der Augsburger Allgemeinen,
lieber Herr Bürgermeister, liebe Verwaltung,

wir haben heute die Haushaltssatzung 2025 vor uns. Und ich sag’s mal so: Manchmal fühlt sich so ein Haushalt an wie ein Märchen.
Es war einmal ein Haushalt, der nicht genehmigungsfähig war. Aber mit viel Mühe – und mit Unterstützung aus dem Gremium – zaubert unser Schatzmeister, Herr Eberhard, auch dieses Jahr wieder ein genehmigungsfähiges Werk auf den Tisch. Dafür schon mal danke!

Was zeigt uns dieser Haushalt?
Ganz ehrlich: Die Lage ist angespannt. Wir haben eine Unterdeckung von über 2 Millionen Euro – allein im Bereich der laufenden Kosten. Das ist keine Kleinigkeit.

Natürlich: Auch Abschreibungen gehören zur Rechnung – die belaufen sich dieses Jahr auf über 4 Millionen. Aber die nackten Zahlen zeigen: 2023 standen wir besser da. Und jetzt rutschen wir tiefer ins Minus.
Was uns fehlt? Einnahmen. Handlungsspielräume. Substanz.

Und das sagen wir nicht zum ersten Mal. Teile dieser Rede könnten wir jedes Jahr fast 1:1 wieder vortragen – das ist kein gutes Zeichen.

Wir müssen handeln.
Wir müssen die Ausgaben kritisch hinterfragen – und genau das tun wir. Ich habe im Bauausschuss Einsparungen von 200.000 bis 250.000 Euro vorgeschlagen. Nicht aus Lust am Kürzen – sondern aus Verantwortung.

Und wir müssen aufhören, Investitionen immer weiter zu verschieben.
Ich nenne das Haushalt auf Halde. Oder auch: Zukunftsvergessenheit.

Ein Beispiel: Die Tiefgaragensanierung – seit 2017 im Haushalt. Jetzt wird sie vielleicht 2025 oder 2026 umgesetzt – mit einer Kostensteigerung von 175.000 auf 600.000 Euro!
So können wir nicht weitermachen.

Und das ist kein Einzelfall:
Obdachlosenunterkunft, Flächennutzungsplan, PV-Anlagen – überall wird geschoben und geschoben.

Wir müssen Projekte umsetzen. Nicht nur planen.

Und wir brauchen Einnahmen. Ja, das ist unpopulär – das weiß ich.
Steuern, Gebühren, Abgaben – das trifft uns alle. Aber wir dürfen nicht mit dem Rasenmäher durchgehen.
Gerade bei Kindern, Jugendlichen, Familien – da müssen wir sensibel bleiben.
Da hat Stadtbergen einen guten Ruf – und den dürfen wir nicht leichtfertig verspielen.

Thema Gewerbe:
Auch hier brauchen wir Lösungen. Die einen fordern neue Flächen – wir sagen: Lasst uns die bestehenden Bauanfragen zügig bearbeiten.
Denn was wir brauchen, sind Einnahmen – nicht neue Bauleitpläne, die Jahre dauern.

Klimaschutz – jetzt nicht nur reden, sondern machen
Klimaschutz ist kein Trend – es ist unsere Pflicht.
Mit dem Konzept, das wir 2024 verabschiedet haben, haben wir ein gutes Fundament gelegt. Aber das allein reicht nicht.

Wir brauchen:
- energieeffiziente Gebäude,
- nachhaltige Mobilität,
- Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Nahwärme.

Stadtbergen muss vorangehen – und zwar gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen und Vereinen.

Jeder Schritt zählt – und im Haushalt sieht man erste Fortschritte. Das ist gut, aber wir dürfen nicht stehen bleiben.

Wohnen – es muss mehr passieren
Stadtbergen wächst – aber der Wohnraum nicht mit.
Wir haben rund 950 Kinder in Betreuung – und viele von ihnen wollen später in Stadtbergen bleiben. Das ist ein Kompliment an uns alle!

Aber dann müssen wir auch was bieten:
10 Wohnungen in der St.-Florian-Straße – das ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. In Deuringen kommt mit der Bebauung von Häusern etwas – aber auch das reicht nicht.

Wir brauchen mehr – und zwar bezahlbar. Für Familien, für junge Leute, für Ältere.

Bürgersaal – eine Frage der Balance
Der Bürgersaal ist ein Ort der Begegnung.
Ja – er kostet. Aber er schafft auch Kultur, Zusammenhalt und Lebensqualität.

Wenn wir über Umstrukturierungen sprechen, dann bitte mit Maß.
Eine Auswertung ist geplant – das unterstützen wir. Und wir sind offen für neue Nutzungsideen.
Aber wir wollen den Saal nicht entkernen – sondern besser machen.

Freiwilligenzentrum – ein echter Lichtblick
49 Freiwillige nach 18 Monaten – das ist stark!
Das Freiwilligenzentrum ist jung, aber wir sehen schon, wie viel Potenzial darin steckt: Lesepaten, Handwerkerhilfe, Nachbarschaftsprojekte.

So geht Engagement!
Wir sagen ganz klar: Dieses Projekt braucht langfristige Unterstützung – nicht nur lobende Worte.

Zum Schluss
Ein Haushalt ist nicht nur Zahlenwerk – er ist unser politischer Kompass.
Wir stehen als SPD-Fraktion für Verantwortung, für Augenmaß – und für Mut.

Mut, um zu investieren. Mut, um zu gestalten. Und Mut, um ehrlich zu sein.

Wir stimmen diesem Haushalt zu – mit Bauchschmerzen, ja – aber auch mit Zuversicht.

Denn wir wollen gestalten – für ein Stadtbergen, das sozial, nachhaltig und lebenswert bleibt.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

 
 

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