Wir stellen daher folgenden Antrag und bitten um positive Bewertung:
Antrag:
- Änderung der Gebührensatzung für Zusatzangebote an der Parkschule Stadtbergen und an der Leopold-Mozart-Grundschule Leitershofen vom 25.09.2020, Absatz 2:
- (2) Für die Mittagsverpflegung der o. a. Zielgruppe wird ab dem 01. Januar 2024 der Preis auf 3,50 Euro reduziert. Der Differenzbetrag zum regulären Einkaufspreis beträgt ca. 50.000 Euro.
wir beziehen uns auf die Diskussion in der Stadtratssitzung am 25. Mai 2023 zum Punkt „Schulwesen; Erhöhung der Verpflegungskosten; 5. Änderung der Gebührensatzung für Zusatzangebote an Stadtberger Schulen;“. In der Vorlage wurde uns eine Erhöhung der Preise für die Mittagsverpflegung auf 4,10 Euro vorgeschlagen. Neben den Kosten zur Mittagsbetreuung, übernehmen die Eltern für die Betreuung am Freitag eine Gebühr von und Spiel- und Bastelgeld. Diese Kosten belasten Eltern und Alleinerziehende für die Bildung ihrer Kinder. In unserer Diskussion kommt das Verursachungsprinzip zum Tragen. Auch in dem Bereich Bildung wird es strikt umgesetzt. Die Konsequenz ist eine Verteuerung der Bildungskosten für die Eltern und Alleinerziehenden in Stadtbergen.
Begründung
Stadtbergen liegt mit dem Essenspreis am oberen Ende der Preisskala. In der Stadtratssitzung am 25. Mai 2023 hat Stadtratskollege Jürgen Brendel die Preise aus den Umlandkommunen und der Universität Augsburg aufgezeigt. In der Augsburger Allgemeinen wurde Ende 2018 eine Übersicht der Preise an schwäbischen Grundschulen veröffentlicht: „Eines der günstigsten Angebote bietet eine Grundschule im Landkreis Donau-Ries mit 2,10 Euro an. Wobei es im selben Kreis auch Grundschulen gibt, wo das Mittagsgericht 4,50 Euro kostet.“
Unser Mittagessen ist qualitativ gut und hat damit einen höheren Preis. Das ist eine bewusste Entscheidung des Stadtrats und wird von uns mitgetragen. Allerdings ist eine qualitative Verbesserung mit weniger Cent zu erreichen „Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung reichen vier Cent mehr pro Mahlzeit, um die Schulverpflegung gesünder zu machen.“
Familien unterliegen zunehmend dem finanziellen Druck der Inflation. In jedem vierten Haushalt wird am Essen für die Kinder gespart. Es fehlt das Frühstück, das Mittagessen besteht aus preisgünstigen Grundnahrungsmitteln oder entfällt. Diese Entwicklung ist den Befragungen der Eltern nach den wirtschaftlichen Herausforderungen zu entnehmen.
Jedes vierte Kind (26 Prozent) geht hierzulande ohne Frühstück zur Schule. Das ist das alarmierende Ergebnis der repräsentativen „Food Poverty Research“-Befragung, die im Auftrag der Firma Kellogg in sieben europäischen Ländern durchgeführt worden ist – neben Deutschland gehörten dazu auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Belgien und Irland.
Kostenlose oder preisgünstige Schulspeisung macht Schülerinnen und Schüler gesünder und erhöht sogar ihr späteres Einkommen. Das ergab eine Studie der Universität Lund in Schweden, die in The Review of Economic Studies veröffentlicht wurde.Die langfristige Auswertung zeigte: Kinder, die über die gesamte neunjährige Schulpflicht Gratisessen bekamen, wurden einen Zentimeter größer und begannen öfter ein Studium als jene ohne Zugang zu kostenlosen Mahlzeiten.
Die Kinder haben im Laufe ihres Lebens sogar 3 Prozent mehr verdient. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass Schüler, die ein nahrhaftes Mittagessen zu sich nehmen, aufnahmefähiger im Unterricht sind, dadurch bessere Leistungen erbringen und schließlich einen höheren Bildungsabschluss erzielen.
Ein gemeinsames Essen verbindet und stärkt die Gemeinschaft. Vor diesem Hintergrund ist ein Zuschuss in Höhe von gut 25% des Essenspreises ein finanziell vertretbarer Schritt in die richtige Richtung.