
Vor wenigen Tagen erhielt unser Bürgermeister Dr. Ludwig Fink das Bundesverdienstkreuz am Bande von Innenminister Joachim Herrmann in München überreicht. Ganz im Zeichen dieser hohen Ehrung und der großen Verdienste des Bürgermeisters um seine Stadt Stadtbergen stand der Neujahrsempfang am 23. Januar 2011. Neben der gewohnt brillianten Rede des Stadtoberhaupts gab es für ihn viel Lob von MdL Max Strehle, der in seiner Eigenschaft als Stellvertretender Landrat das Miteinander betonte, das in der Kommunalpolitik der einzig sinnvolle Modus vivendi sei. MdB Eduard Oswald ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die Notwendigkeit der Synergieeffekte in der Politik ein. Auch in Sachen Lärmschutz an der B 17 zog er einen energischen und eindeutigen Schlussstrich. "Wer an den Leistungen des Bürgermeisters und seinem Einsatz für einen optimalen Lärmschutz an der B 17 auf Landesebene zweifelt, der frage Max Strehle und wer an seinem Verhandlungserfolg auf Bundesebene zweifelt, der soll sich an mich persönlich wenden." Diese Ansage ging in Richtung derjenigen, die die Verhandlungserfolge des Stadtoberhaupts aus politischem Kalkül heraus in Zweifel gezogen haben.
Zunächst wollte die Begrüßung an diesem Sonntagvormittag kein Ende nehmen. In der Tat war viel Prominenz nach Stadtbergen gekommen. Ehrengast war MdB Eduard Oswald, auch der 3. Bürgermeister der Stadt Augsburg Peter Grab gab Stadtbergen die Ehre. Mit Dr. Simone Strohmayr, Harald Güller und Max Strehle konnten gleich drei Vertreter des bayerischen Landtags begrüßt werden. Die Bürgermeister der Nachbarstädte und -gemeinden waren vollzählig erschienen. Stadtbergens einzige Ehrenbürgerin Madame Andrée Touboul war eigens aus der Partnerstadt Brie-Comte-Robert angereist. Neben dem fast vollzähligen Stadtrat waren viele Bürgerinnen und Bürger aus Deuringen, Leitershofen, Stadtbergen und dem Virchow-Viertel der Einladung gefolgt.
Dann endlich begann Dr. Ludwig Fink mit seiner mit Spannung erwarteten Rede. Doch bevor er in die Vollen ging, gab es noch eine Szene, die an den legendären Torwart Oli Kahn erinnerte. Dieser hatte die Angewohnheit, errungene Titel wie Meisterschale oder DFB-Pokal auf dem Balkon des Münchner Rathauses mit den Worten zu präsentieren: "Hier ist das Ding!" Auch der Stadtberger Bürgermeister begann seine Neujahrsansprache mit diesem Satz. Fast ein wenig beschämt hielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande in die Höhe, so dass man es im ganzen Bürgersaal sehen konnte. Er hatte es dabei, weil eine Flut von Bürgerinnen und Bürgern ihn angerufen und gebeten hatte, das Verdienstkreuz mitzubringen, damit man es im Original bestaunen könne.
Wer auf ironische Exkurse gehofft hatte, wurde nicht enttäuscht: Mit einem Augenzwinkern plauderte Fink aus dem Nähkästchen seiner politischen Strategien. So sei er davon überzeugt, dass es bald eine zweite Gebietsreform geben werde, bei der sich Augsburg dann noch mehr Gemeinden einverleiben werde. Nur starke Allianzen hätten dann noch eine Chance der Eingemeindung zu entkommen. Er setze schon heute auf "DIE NEUSTADT" - den Verbund bestehend aus DIEdorf, NEUsäß und STADTbergen. An dieser West-Allianz werde sich Augsburg die Zähne ausbeißen und die drei Teilnehmer am Verbund würden ihre Eigenständigkeit im Wilden Westen bewahren. Viele Lacher riefen auch seine verkehrstechnischen Überlegungen hervor: die USTRABU sei das Allheilmittel im öffentlichen Personennahverkehr, diese Kombination aus U-Bahn, Straßenbahn und Bus werde nach seinen Berechnungen exakt am 30. Juli 2063 fertiggestellt und Stadtbergen werde in Sachen Verkehrspolitik die Nase weit vor Augsburg haben - egal ob diese ihre Mobilitätsdrehscheibe verwirklichen kann oder nicht.
Dennoch spielten die spitzbübischen Anspielungen und satirischen Ausflüge im Vergleich zu früheren Jahren nicht mehr die Hauptrolle. Dr. Ludwig Fink verarbeitete viel Nachdenkenswertes in seiner Ansprache. So sei Stadtbergen immer dann schlagkräftig und erfolgreich gewesen, wenn im Stadtrat Einigkeit über die Parteigrenzen hinaus geherrscht habe. Er wünsche sich, dass dieses Gemeinschaftsgefühl bald wieder im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit stehe.
Auch Rückblicke auf richtungsweisende Entscheidungen und Statements im Hinblick auf anstehende Aufgaben fanden sich in der Rede. So habe die Stadt in den vergangenen Jahren insgesamt 800.000 Quadratmeter Fläche vom Bund erworben und sich damit große Werte gesichert. Dies sei auch notwendig, da "Stadtbergen mit 1100 Hektar Gesamtfläche und knapp 15.000 Einwohnern flächenmäßig ein Zwerg und von der Einwohnerdichte her gesehen ein Riese ist". Mit den erworbenen Flächenresourcen könne man einen Teil der Kosten für die neue Dreifach-Sporthalle gegenfinanzieren. Dass er und die klare Mehrheit im Stadtrat diese Halle verwirklichen wollen, daran ließ er keinen Zweifel: "Wir haben etwas geleistet, also können wir uns etwas leisten!"
In der Baupolitik monierte Fink die Haltung der Mehrheit im Stadtrat für eine völlige Freigabe der Materialien bei der Gestaltung der Zäune. Da er und seine SPD-Fraktion hier der Mehrheit unterliegen, könne er nur an die Bauherren und Grundstückseigentümer appellieren, die Wahl des Zaunmaterials mit Geschmack und Verantwortungsgefühl für das Gemeinwohl zu wählen. Auch bei seinen Ausführungen über neuere Trends beim Bau wurde deutlich, dass dem Bürgermeister die Ästhetik und das Erscheinungsbild seiner Stadt ein Herzensanliegen ist.
Sehr ausführlich ging Dr. Fink auch auf die Gestaltungsverantwortung für die ältere Generation ein. Mit seinen zwei Altenheimen könne Stadtbergen 250 Plätze, davon die überwiegende Zahl Pflegeplätze, anbieten. Das Durchschnittsalter der alten Menschen in unseren Heimen betrage 87 Jahre. Der Bürgermeister informierte seine Gäste darüber, mit welchen Schritten er Stadtbergen zu einer Stadt weiterentwickeln wolle, die sich um Familien, aber auch verstärkt um die Bedürfnisse älterer Menschen kümmern müsse.
Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass die beiden Grußworte von Eduard Oswald und Max Strehle in sehr wohltuender Form völlig frei gehalten wurden und die Gedanken von Ludwig Fink weiterentwickelten. Beide Vollblut-Politiker schrieben den Stadträten ins Stammbuch in einem Miteinander das Wohl Stadtbergens zu suchen. Eduard Oswald belegte mit entsprechenden Zitaten, dass man im Alter zunehmend ein Gefühl für Freundschaft und Miteinander entwickle. Nachdem unsere Stadträte täglich älter werden, besteht die Hoffnung, dass sich die derzeit vorhandenen Auseinandersetzungen möglichst bald durch Zeitablauf erledigen.
PS: Die Rede des Bürgermeisters gibt's im Wortlaut auf unserer Homepage. Klicken Sie auf den Artikel "Da ist das Ding!" und Sie können alles in Ruhe nachlesen.