Natürlich wurden wir in den letzten Monaten immer wieder angesprochen, warum wir keinen Kandidaten aufstellen. Die SPD hat ihre Argumente im April dargelegt, im Gegensatz zu den Grünen, die den aktuellen Zustand akzeptieren.
Es gibt viele Gründe, morgen zu wählen. Für jede Altersgruppe, für jede Menschengruppe gibt es viele Sachverhalte, bei denen auch (große) Defizite bestehen. Mit einer hohen Wahlbeteiligung zeigt man das Interesse an den kommunalen Entwicklungen. Der Bürgermeister und der Stadtrat müssen eine höhere Geschwindigkeit und Effizienz entwickeln, Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen.
Ein Thema ist die soziale Versorgung unserer Bürger:innen. In den letzten Tagen haben wir uns um die Gemeinsamkeit Gedanken gemacht und legen für ein gemeinsames, preisgünstiges Mittagessen in der Offenen Ganztagsschule einen Antrag vor. Wir sind gespannt, wie sich der künftige Bürgermeister positioniert. Auch die Versorgung mit fachlichem Personal in den Kindergärten ist ein Thema. Es ist grenzwertig, dass wir unsere Kindergärten in Teilen schließen müssen, weil der Träger es nicht schafft, eine ausreichende Zahl von Betreuungspersonal zu finden. Wenn das Subsidaritätsprinzip nicht greift und vernachlässigt wird, dann ist es die Pflicht der Kommune, spürbar einzugreifen. Die Betreuung unserer Menschen, die bereist älter sind und Unterstützung benötigen, wäre ein Baustein, bei dem wir hohe Defizite haben. Die Angehörigen opfern ihre Kraft und ihre Zeit und haben zunehmend auch nicht mehr die Energie, das gesamte Jahr zu unterstützen. Wir dürfen sie nicht im Stichlassen und können mit einer ausreichenden Anzahl an Betreuungsplätzen temporäre Entlastung bieten.
Fehlende Wohnungen, lange Bauzeiten, hohe Mieten – wir machen es unseren Bürgern schwer, sich in Stadtbergen zu entfalten. Wir haben in der Polkstraße gute Erfahrungen mit eigenen Wohnungen gemacht. Dieses Erfolgsmodell muss ausgebreitet werden. Auch im Umfeld der Wohnungen müssen wir mit Treffpunkten und Grünflächen die Attraktivität steigern.
Die Anbindung von bestimmten Wohnvierteln, die Querverbindungen, die Häufigkeit in den Abend- und Nachtstunden im öffentlichen Personennahverkehr muss der künftige Bürgermeister oder Bürgermeisterin angehen.
Es gibt viele Sachverhalte, bei denen wir in der aktuellen Tagespolitik die Zielvorstellung und das Engagement einfordern. Auch ohne Bürgermeisterkandidat werden wir unermüdlich daran arbeiten, dass die Bevölkerung in Stadtbergen spürbar merkt, dass wir anschieben, Lösungen vorschlagen, gestalten.