Abschied von Hubert Aiwanger – Respekt über Parteigrenzen hinweg

Veröffentlicht am 07.11.2026 in Allgemein

Mit Bestürzung haben wir vom plötzlichen Tod Hubert Aiwangers erfahren. Er war ein streitbarer Politiker, mit dem wir selten einer Meinung waren – und gerade deshalb ein Gegenüber, das die politische Debatte in Bayern über viele Jahre geprägt hat. Seiner Familie, seinen Kindern und allen, die um ihn trauern, gilt unser tiefes Mitgefühl.

Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten war Hubert Aiwanger immer wieder ein rotes Tuch – und das meinen wir ausdrücklich nicht abwertend. Wer so deutlich Position bezieht, fordert heraus und zwingt auch die Gegenseite, ihre Argumente zu schärfen. Hubert Aiwanger sprach aus, was an manchen Stammtischen gedacht wird – ob es in die Linie seiner Partei passte oder nicht. Das machte ihn für viele nahbar, für uns aber oft auch unbequem.

Er war eigenwillig, kantig und unverwechselbar. Er war innovativ und bei vielen Themen in der ersten Reihe dabei. Mit Umwelt- und Klimafragen hat er sich schwergetan – aber er hat sich nie weggeduckt. Er war sichtbar, er hat sich eingemischt und den Streit in der Sache gesucht. In den letzten Tagen vor seinem Tod meinten wir bei ihm eine gewisse Nachdenklichkeit zu spüren.

Zur Ehrlichkeit eines solchen Nachrufs gehört auch, was uns getrennt hat. Unvergessen bleibt uns sein Auftritt im Juni 2023 in Erding an der Seite von Monika Gruber. Damals sagte er, die „schweigende große Mehrheit“ müsse sich „die Demokratie wieder zurückholen“ – Worte, mit denen er die Freien Wähler weit nach rechts rückte. Auch die Debatte um das antisemitische Flugblatt aus seiner Schulzeit, als dessen Verfasser sich sein Bruder bezeichnete, werden wir nicht vergessen.

Und doch: Hubert Aiwanger war ein führender Politiker Bayerns. Er hat die Freien Wähler wie keiner vor ihm zu großer Bedeutung geführt – vom Einzug in den Landtag über die Regierungsbeteiligung bis zur zweitstärksten Kraft im Freistaat. Das verdient Anerkennung, auch von denen, die politisch anders denken.

Mit seinem Tod entsteht eine große Lücke – in seiner Partei, in der bayerischen Politik und bei den vielen Menschen, die ihn als volksnahen Menschen erlebt haben. Politischer Streit endet nicht mit einem Menschenleben – aber er tritt in diesem Moment zurück hinter Respekt und Anteilnahme.

Wir fühlen mit seiner Familie, mit seinen Kindern und mit allen, die ihn vermissen.

Jan Dengel, Vorsitzender, und Roland Mair, stellvertretender Vorsitzender
SPD Stadtbergen

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI formuliert.

 
 

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