Heute hat Thomas W. Oppel den Stadtrat verlassen. Und zur Vereidigung der neuen Stadträte hat man eine Sondersitzung des Stadtrates angesetzt. In der Regel bedankt man sich bei der Verabschiedung von Stadträten mit einem Wortbeitrag. Bei Thomas W. Oppel wurde eine sehr sympathische Rede von seinem Vater Günter Oppel gehalten und ich habe im Namen der SPD-Fraktion gleichfalls eine meiner Meinung nach ehrliche Rede gehalten. Für mich als Mensch, Europäer und Demokrat ist es eine charakterliche Eigenschaft sich zu begrüßen und zu verabschieden. Deswegen war mir die Rede an ihn und an das Gremium auch wichtig. Lesen Sie selbst.
Sehr geehrter Herr Thomas W. Oppel, lieber Thomas,
heute verabschieden wir Thomas W. Oppel aus dem Stadtrat von Stadtbergen. Auch wenn Thomas nur vier Jahre im Stadtrat war, hatte man oft das Gefühl, er sei schon viel länger dabei. Seine deutlichen, oft provokanten Beiträge haben ihn zu einer markanten Figur gemacht. Besonders durch seine rhetorischen Spitzen, vor allem gegen die CSU, und seine klaren Ansichten hat er immer wieder Diskussionen angeregt.
Es ist kein Geheimnis, dass Thomas oft mit seiner Meinung angeeckt ist – sowohl im Stadtrat als auch außerhalb. Dennoch schätzten wir seinen Einsatz für die politische Auseinandersetzung und seine Leidenschaft für Themen, die ihm am Herzen lagen. Er hat gezeigt, dass er bereit ist, für seine Überzeugungen zu kämpfen, auch wenn das nicht immer einfach war.
Mit Thomas’ Ausscheiden verliert die Fraktion Pro Stadtbergen zwar ein Mitglied, aber sie wird weiter bestehen, da Wilhelm König nachrückt. Wir wünschen Wilhelm viel Erfolg in seiner neuen Rolle und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm.
Thomas hat sich dazu entschlossen, neue Wege in der Politik zu gehen. In welche Richtung genau, bleibt offen. In den Gesprächen mit dir hast du mir dein Ziel des politischen Engagements berichtet. Behalte den Weg des demokratischen Grundkonsens bei. Unsere Demokratie ist aktuell von vermeintlichen Wortführern gefährdet – bleib stark und gewinne mit den Grundregeln unserer Demokratie: der Achtung von Menschenrechten und Menschenwürde: Alle Menschen sind gleich, unabhängig von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, sexueller Orientierung oder Identität oder Vermögen
Als Abschiedsgeschenk überreichen wir dir ein Buch, das passend zu seiner weiteren politischen Laufbahn ausgewählt wurde: "75 Jahre Grundgesetz: Das fragile Gleichgewicht" von Jochen Theurer. Es beschreibt, wie sich die Macht in Deutschland entwickelt hat und erinnert uns daran, wie wichtig es ist, unsere Demokratie zu schützen und zu stärken.
Lieber Thomas, vielen Dank für deine Arbeit im Stadtrat und alles Gute für deine Zukunft!