Teures Schulessen: SPD-Antrag abgelehnt

Veröffentlicht am 07.08.2023 in Allgemein

Vielen Dank an die Augsburger Allgemeine an die gelungene Berichtserstattung. Das Leben wird vor allem für Familien und Alleinerziehende immer teurer. Für Banken, Gaskonzerne, Unternehmen stehen viele Milliarden bereit, für die Menschen vor Ort hat man keine 25.000 Euro zur Verfügung. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Die SPD Stadtbergen wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Stadtbergen für alle finanzierbar und erlebenswert ist.

Auch in Stadtbergen wird das Mittagessen für Schulkinder teurer. Die Mehrheit im Stadtrat lehnt eine höhere Bezuschussung ab.

Stadtbergen Es sind gleich mehrere Punkte, die die SPD-Fraktion in Stadtbergen an der neuen Beitragsberechnung für das Mittagessen an der Schule störte: Zum einen soll der Preis aufgrund höherer Catererkosten auf 4,10 Euro angehoben werden, zum anderen wird der Beitrag für vier Mittagessen pro Woche bei elf Monaten im Jahr fällig, obwohl auch einige Ferienwochen dabei sind. Bereits vor einigen Wochen hatte SPD-Stadtrat und Schulleiter Jürgen Brendel den neuen Entwurf der Verwaltung stark kritisiert. Nach einer Erhöhung vor Kurzem um 20 Prozent würde die jetzt vom Caterer beantragte zusätzliche Anpassung eine Steigerung von weiteren fünf Prozent Mehrkosten bedeuten. Diese seien für manche Familien nicht mehr tragbar, so Brendel. Nach seiner Rechnung betrage der Preis für ein Essen nach der städtischen Satzung de facto 4,70 Euro – viel mehr, als an anderen Schulen oder an der Uni üblich sei.

Durch Preissteigerungen und Inflation seien vorwiegend Geringverdiener und Alleinerziehende betroffen. In Stadtbergen leben laut SPD 6,9 von 100 Jugendlichen von Sozialleistungen (Stand 2019). Daher stellte die SPD bei der erneuten Beratung im Stadtrat einen Antrag für die Festlegung des Preises fürs Mittagessen auf 3,50 Euro statt 4,10. Die SPD argumentierte, dass das Essen eigentlich noch teurer sei, da auch einige Ferienwochen mit bezahlt werden müssen. Der hohe Essenspreis sei gerade im Hinblick auf das gestiegene Armutsrisiko für Familien und Kinder nicht zielführend, die Stadt sollte das Essen stärker bezuschussen. Die Mehrkosten würden 50.000 Euro betragen. „Wir haben in den vergangenen Jahren häufig höhere Beträge für andere Dinge diskutiert und genehmigt“, so die SPD.

Wie Bürgermeister Paul Metz (CSU) nach der Sitzung berichtete, habe man sehr lange und kontrovers diskutiert. Am Ende verabschiedete eine Mehrheit (mit vier Gegenstimmen von der SPD, eine von den Grünen) aber den ursprünglichen Entwurf. Der Hauptgrund sei gewesen, dass man den Zuschuss nicht „mit der Gießkanne“ verteilen wollte an alle Familien, egal, ob sie es brauchen oder nicht. Für die Unterstützung bedürftiger Kinder und Familien gebe es andere Instrumente, so die Meinung vieler. Weiterhin werde das Essen ja bereits mit rund 137.000 Euro pro Jahr bezuschusst, ansonsten würde das Essen nicht etwa vier Euro, sondern das Doppelte kosten. Andere fanden den Preis angemessen dafür, dass die Familien zu Hause keine Mahlzeit bereitstellen müssten. Zudem habe die Verwaltung Informationen aus den umliegenden Landkreiskommunen eingeholt, die preislich bei einem ähnlichen Niveau liege und das Mittagessen ebenfalls monatlich abrechnen inklusive der Ferien. „Sonst wäre der bürokratische Aufwand immens“, so der Bürgermeister.

In Neusäß hatten die Freien Wähler vor zwei Jahren den Antrag gestellt, für das Mittagessen für Kinder pauschal nur noch einen Euro zu verlangen, der Zuschuss der Stadt hätte sich dadurch um 600.000 Euro erhöht. Der Vorschlag wurde mehrheitlich abgelehnt, auch von der SPD. Die hatte damals argumentiert, dass nach dem Bildungs- und Teilhabepaket die Verpflegung in Kita, Hort oder Schule komplett vom Staat übernommen würde. Und da in Neusäß sieben Prozent aller Kinder bedürftig seien, würde man als Stadt 93 Prozent aller Familien subventionieren, die sich das Mittagessen sehr wohl leisten könnten.

 
 

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