
Der Neubau des Universitätsklinikums Augsburg ist eines der größten Bauprojekte in der Region – und ein zentrales Zukunftsprojekt für die Gesundheitsversorgung in Schwaben. Niemand stellt die Notwendigkeit eines modernen Klinikums in Frage. Doch viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die Informationspolitik der Entscheidungsträger als unzureichend: Wichtige Fragen zu Standort, Zeitplan, Verkehrsbelastung und Umweltfolgen werden nur zögerlich oder unvollständig beantwortet.
Dass das Informationsbedürfnis groß ist, zeigte die Veranstaltung der SPD Neusäß, die gemeinsam mit der Bürgermeisterkandidatin Susanne Höhnle und Anna Rasehorn am Baugelände des neuen Klinikums organisiert wurde. Rund 100 Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über die Pläne zu informieren, Fragen zu stellen und sich selbst ein Bild zu machen. Dazu wurde ein Informationsblatt mit Antrag, Plan und Forderungen verteilt – ein Beispiel für gelebte Transparenz und Bürgernähe.
So sollte Informationspolitik aussehen: offen, nachvollziehbar und im Dialog mit den Menschen.
Leider war von offizieller Seite – mit Ausnahme des Fraktionsvorsitzenden Roland Mair aus Stadtbergen – niemand aus der Kommunalpolitik anwesend. Ein bedauerliches Zeichen dafür, wie wenig Interesse manche Entscheidungsträger an direkter Bürgerkommunikation haben. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung wäre es wichtig, frühzeitig aufzuklären, zuzuhören und Sorgen ernst zu nehmen.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement des ehemaligen Bürgermeisters Dr. Ludwig Fink. Auch wenn er in der Sache eine andere Meinung vertritt, zeigt er Haltung: Er bringt sich ein, hört zu, argumentiert – und lebt damit, was Demokratie ausmacht – den offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Fünf Punkte für eine bessere Informationspolitik
Die Veranstaltung hat gezeigt, was Bürgerinnen und Bürger erwarten – und wie gute Informationsarbeit aussehen kann:
- Frühzeitig informieren – nicht erst, wenn die Entscheidungen gefallen sind.
- Transparente Entscheidungsgrundlagen – nachvollziehbare Kriterien für Standort, Kosten und Auswirkungen.
- Regelmäßige Kommunikation – in verständlicher Sprache, online und vor Ort.
- Beteiligung ernst nehmen – Fragen und Hinweise der Bevölkerung aktiv aufnehmen.
- Offene Dokumentation – Pläne, Gutachten und Beschlüsse öffentlich zugänglich machen.
Nur mit einer ehrlichen Informationspolitik kann Vertrauen wachsen. Die SPD Stadtbergen begrüßt daher das Engagement der SPD Neusäß ausdrücklich – es zeigt, wie Bürgerbeteiligung funktionieren kann, wenn man sie will.