Unsere Vorankündigung war nicht übertrieben: Seine Reden haben Kultcharakter. Beim Jahresempfang am 7. Februar 2010 hat unser SPD-Bürgermeister Dr. Ludwig Fink nochmals eins draufgesetzt. Es war wie beim Nockerberg: Jeder hoffte auch "derbleckt" zu werden, wen es dann aber traf, der wurde mit feinsinniger und dadurch unübertrefflicher Ironie überzogen.
Obwohl seine Hüftoperation gerade mal einen Monat zurückliegt, zeigte sich das Stadtberger Stadtoberhaupt fit und angriffslustig. Besonders gefreut hat seine Anhänger, wie er die nervtötenden und teils geschmacklosen Spekulationen um seine Amtszeit mit einem Augenzwinkern vom Tisch fegte: Selbstverständlich werde er sich beim 2014 zuständigen Innenminister eine Sondergenehmigung einholen und dann noch eine Legislaturperiode anhängen. Ab 2020 werde er dann noch zwei Perioden im Stadtrat mitmischen, um dann 2032 endgültig aus der Kommunalpolitik auszuscheiden.
Warum "so viel Fink" für Stadtbergen gut ist, erfuhren die Zuhörer in seiner Rede, in der alle wesentlichen Aspekte des vergangenen Jahres abgearbeitet wurden. Bei der B 17 gelang es Fink, Synergieeffekte zu erzielen, die letzlich dazu führten, dass 13 Millionen Euro mehr in den Umbau und die Lärmschutzmaßnahmen flossen als ursprünlich geplant. In diesem Zusammenhang lobte er den Einsatz von MdL Max Strehle und MdB Eduard Oswald, die sich vorbildlich für die Stadtberger Belange eingesetzt haben.
In seiner Rede zum Jahresempfang wurde auch deutlich, dass Stadtbergen von einem sozialdemokratischen Bürgermeister geführt wird. So werden trotz angespannter Haushaltslage auch 2010 die freiwilligen Leistungen der Stadt nicht heruntergefahren, so wie es von anderen Parteien gefordert wird. Den hohen Stellenwert seiner Sozialpolitik verdeutlichte unser Bürgermeister mit aktuellen Zahlen aus dem Bereich der Kinderbetreuung. Als Dr. Ludwig Fink 1984 erstmals als Gemeinderat in die Stadtberger Politik eingriff, betrugen die Investitionen im Bereich der Kinderbetreuung € 165.000,--. Im Jahr 2009 waren die Investitionen fünfzehnmal höher und betrugen knapp 2,5 Millionen €. Durch den zügigen Ausbau der Krippenplätze wurde schnell auf neue gesellschaftliche Gegebenheiten reagiert. Auch auf die besonderen Probleme des flächenarmen Stadtbergens ging Dr. Fink ein, ohne dabei Perspektiven und Lösungsansätze schuldig zu bleiben. Wer unvoreingenommen den Ausführungen zugehört hat, der kann nur hoffen, dass unser Bürgermeister tatsächlich noch möglichst viele Jahre Stadtbergen zur Verfügung steht. Es muss ja nicht bis 2032 sein.
Im Anschluss an seine in allen Bereichen bemerkenswerte Rede verlieh Dr. Fink dem "Vater" des Stadtberger Gewerbegebiets ein besonderes Geschenk zum runden Geburtstag: Erwin Schuster erhielt den Goldenen Ehrenring der Stadt Stadtbergen.
Ausgezeichnet wurden auch zwei junge Hoffnungsträger: Sebastian Höß, der mit seinem handwerklich brillianten Wandschrank einen Spitzenplatz im Handwerk errungen hatte, und Maximilian Reif, dem im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht" ein Sonderpreis für sein Handyprogramm zur Lokalisierung vermisster Personen verliehen wurde.
Gute Gespräche und ein leckerer Imbiss rundeten den gelungenen Jahresempfang ab.